Biogas statt neuer Gaskraftwerke: Das unterschätzte Potenzial flexibler Speicherkraftwerke
Braucht Deutschland wirklich Milliardeninvestitionen in neue Erdgas- und später wasserstofffähige Kraftwerke? Oder steht mit den rund 9.300 Biogasanlagen längst eine flexible Alternative bereit? In dieser Solofolge beleuchtet Claus Hartmann eine aktuelle Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ihr Ergebnis: Durch zusätzliche Blockheizkraftwerke, größere Gas- und Wärmespeicher sowie eine gezielte Überbauung könnten Biogasanlagen bis 2030 rund 12,6 Gigawatt flexible Kraftwerksleistung bereitstellen. Dabei geht es nicht darum, mehr Biomasse zu verstromen. Die vorhandene Energie soll vielmehr genau dann eingesetzt werden, wenn Wind- und Solarstrom fehlen, die Strompreise steigen und Dunkelflauten das Energiesystem herausfordern. Speicherkapazitäten von 80 bis 160 Volllaststunden könnten dabei mehrere Tage Versorgungssicherheit ermöglichen. Claus ordnet die Ergebnisse kritisch ein, betrachtet den Einfluss des Auftraggebers und zeigt dennoch: Biogas kann vom Grundlastkraftwerk zum regionalen Speicherkraftwerk werden – mit weniger Erdgasimporten, zusätzlicher Wertschöpfung vor Ort und mehr Flexibilität für die Energiewende.
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dr-claus-hartmann/ Website: https://claushartmann.de
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